Propädeutikum

Zulassungen zum Studiengang sind regelmäßig mit der Auflage verbunden, grundlegende Kenntnisse in einem oder sogar beiden der Fächer Medienwissenschaft und Informatik nachzuholen.

Das Propädeutikum dient dazu, im ersten Semester bzw. im ersten Studienjahr die Unterschiede in der Vorbildung zumindest in Ansätzen auszugleichen. Wenn Sie einen medienwissenschaftlichen Hintergrund haben, werden Sie hier Module der Informatik belegen, wenn Sie aus einem informatiknahen Fach kommen, Module der Medienwissenschaft.

Die Erfahrung zeigt, dass das Propädeutikum anspruchsvoller ist als viele zunächst annehmen, auch wenn es nicht benotet wird. Deswegen sollten Sie hier ausreichen Ressourcen einplanen. Das Ludium Generale sollte zum Beispiel auf spätere Semester verschoben werden. Es kann auch sein, dass sich dadurch Ihr Studium um ein oder sogar zwei Semester verlängert, auch damit sollten Sie also rechnen.

Folgende Module werden regelmäßig im Propädeutikum angeboten:

Medienwissenschaft

Game Studies: Hier werden grundlegende Texte gelesen, die sich aus geisteswissenschaftlicher Sicht mit Computerspielen beschäftigen. Die Lektüreliste wird im Seminar bekannt gegeben, dieses Seminar lebt von Diskussionen und Beteiligung vor Ort.

Medienanalyse: Grundlegende ästhetische Kategorien werden bei der wissenschaftlichen Beschreibung von Computerspielen eingeübt. Diese Veranstaltung ist eng verwandt mit der Vorlesung „Geschichte und Ästhetik der digitalen und audiovisuellen Medien II„, die im 2. Semester unserer Bachelor-Studiengänge angeboten wird. Wenn Sie dort die Vorlesungsmitschnitte durcharbeiten, können Sie während des Semesters einfacher darauf zurückgreifen. Wenn Sie viele Propädeutika haben, können Sie diese Veranstaltung auch gut im 2. Semester belegen.

Game Design: Dieses Modul aus dem Bereich der praktischen Medienwissenschaft behandelt die methodischen Grundlagen, die zur Konzeption eines Computerspiels erforderlich sind. Wenn Sie das Buch „The Art of Game Design“ von Jesse Schell lesen oder die Lektionen von Extra Credits verfolgen, haben Sie eine stabile Grundlage. Wichtiger als die Theorie ist es allerdings, eigene Spiele, auch Brett- oder Kartenspiele, zu entwerfen und zu testen. Wie jede Gestaltungslehre lernt sich Game Design vor allem, indem Sie Spiele machen.

Informatik

Die Erfahrung zeigt, dass die Nicht-Informatiker die größten Schwierigkeiten in Mathematik, insb. Lineare Algebra, haben, gefolgt von Übung im Programmieren.

Eine sehr gute Vorbereitung ist es, sich die Linear Algebra Playlist auf Khan Academy anzuschauen bzw., wenn man Verständnisschwierigkeiten hat, auch die Schulmathematik von Khan Academy etwas zu wiederholen (Playlists vor der Linear Algebra Playlist). Wenn Sie besonders motiviert sind, ist natürlich auch der Kurs von Gilbert Strang exzellent, führt aber insb. in den späteren Vorlesungen vielleicht etwas zu weit.

Anschließend könnten Sie in Unity 3D mit C# ein kleines Computerspiel implementieren und versuchen, das gelernte darin anzuwenden. Die Unity-Engine verwenden Sie auch im Studium, hier gibt es hervorragende Tutorials im Netz, z.B. auf der Unity-Website.

Einführung in die Informatik: Eine ganz grundlegende Vorlesung für Hörer aller Fachrichtungen.

Java: In diesem Modul lernen Sie die Grundlagen der Programmiersprache Java. Die Konzepte lassen sich problemlos auf andere objektorientierte Sprachen übertragen, die in Game Engines zu finden sind, z.B. C# (Unity 3D) oder C++ (Unreal Engine, CryEngine).

Tutorial Programmieren: Hier üben Sie grundlegende Techniken des Programmierens in Unity/C# an konkreten Beispielen.